Heidi Bayer (*1987) ist eine in Köln lebende Trompeterin, Komponistin und Bandleaderin. In ihren eigenen künstlerischen Projekten, welche sie seit 2018 betreibt, beschäftigt sie sich vornehmlich mit den Themen Bandsound, Kontrapunktik und musikalischen Formen.
Ihr Duo „Bayer//Scobel“ gewann 2020 den Folkwang Jazz Preis, im gleichen Jahr erschien das Debüt-Album ihres Quartetts „Virtual Leak“. 2022 war sie für den Deutschen Jazzpreis im Bereich Blechblasinstrumente nominiert, kurz darauf erschien ihr zweites Album als Bandleaderin mit ihrem international besetzten Quintett „KORSH“. Die dort zu hörende Komposition „Cookie Dough“ wurde 2023 mit dem Deutschen Jazzpreis in der Sparte „Komposition des Jahres“ ausgezeichnet. Das Quintett trat seit der Album-Veröffentlichung u.a. virtuell beim „Festival of New Trumpet Music“ in New York City auf. Darüber hinaus ist sie in Sidewoman-Projekten von Bigbands bis hin zu improvisierter Musik tätig.
Neben Shannon Barnetts „Wolves & Mirrors“, dem Janning Trumann Nonett, dem Subway Jazz Orchestra u.v.w. hat sie in den letzten Jahren auf über 20 Alben als Solistin mitgewirkt.
Seit 2019 ist sie als Dozentin für Jazz-Trompete und Ensembleleitung an verschiedenen Hochschulen aktiv (Universität Oldenburg, HfMDK Stuttgart, HfMDK Mannheim) und unterrichtet seit 2023 als hauptamtliche Dozentin an der Hochschule für Musik und Tanz Köln das Fach „Ensembleleitung“.
Worauf freuen Sie sich im Hinblick auf Ihre neue Stelle besonders?
Am meisten freue ich mich darauf, Studierende bei ihrem persönlichen und musikalischen Wachstum begleiten zu dürfen und damit auf viele verschiedene kleine und große zwischenmenschliche Momente, die das mit sich bringt. Außerdem freue ich mich darauf, eine Stadt nochmal ganz neu entdecken zu dürfen! Das ist immer wieder aufs Neue spannend und bereichernd.
Welchen Eindruck haben Sie von unserer Musikhochschule?
Bis jetzt habe ich die Nürnberger Musikhochschule persönlich noch nicht tiefgehend kennenlernen dürfen, habe in den wenigen Momenten vor Ort aber sowohl das dort arbeitende Personal als auch die Studierenden als sehr freundlich und aufgeschlossen wahrgenommen. Besonders positiv habe ich den Eltern-Kind-Raum in Erinnerung, der sich während meines Hearings als sehr wertvoll erwies und leider noch nicht zum Standard an Musikhochschulen gehört.
Was sind Ihre Ziele/Visionen für Ihre Professur?
Aus eigener Erfahrung sowie aus dem Austausch mit Kolleg*innen und Studierenden weiß ich, dass ein künstlerisches Studium neben all den bereichernden und inspirierenden Erfahrungen auch Herausforderungen mit sich bringen kann, die über das Fachliche hinausgehen. Leistungsdruck, teilweise überholte Strukturen, ein unausgeglichener Geschlechteranteil, eher traditionell geprägte Lehrformen und unsichere berufliche Perspektiven können Zweifel hervorrufen und sich negativ auf das Lernen auswirken. Hier sehe ich großes Potenzial für Veränderung, und es ist mir ein wichtiges Anliegen, in meiner neuen Rolle dazu beizutragen, die Studienbedingungen zu verbessern, ein unterstützendes und offenes Lernumfeld zu schaffen und damit eine positive Weiterentwicklung sowie die Sichtbarkeit unserer Szene zu fördern.
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