Künstlerisch-pädagogische Ausbildung

Allgemeine Studieninformationen

An der Hochschule für Musik Nürnberg wird MUSIKPÄDAGOGIK groß geschrieben. Damit unser Musikleben und unsere Hochschulen zukünftig genügend Nachwuchs und unsere Künstlerinnen und Künstler weiterhin ein Publikum haben, benötigen wir neben künstlerisch auf hohem Niveau ausgebildete vor allem auch musikpädagogisch erstklassig qualifizierte Absolventinnen und Absolventen, die den vielfältigen Anforderungen in Musikschule, Ganztagsschule, Privatmusikunterricht etc. kompetent begegnen können.

Wir bilden Musikpädagoginnen und Musikpädagogen aus, die...

  • sich in ihrem Studium theoretisch und praktisch mit ihrem späteren Berufsfeld auseinandergesetzt und identifiziert haben,
  • Interesse sowohl an Breiten- als auch an Spitzenförderung haben,
  • kompetent sind im Umgang mit Gruppen, Klassen und Menschen aller Altersgruppen und Leistungsstufen,
  • in mehreren musikalisch-stilistischen Bereichen (Klassik, Pop, Jazz, Improvisation, historische Aufführungspraxis, Neue Musik etc.) Impulse geben können und dadurch flexibel einsetzbar sind.

Besonders wichtig ist uns eine enge Vernetzung von Kunst und Pädagogik, Jazz und Klassik, Theorie und (Musizier-)Praxis.

Erweiterung der künstlerisch-pädagogischen Kompetenz durch  Profilbereiche

Die Studienverlaufspläne der grundständigen künstlerisch-pädagogischen Bachelor-Studiengänge lassen viele Freiräume für individuelle Wahlmöglichkeiten. Im dritten und vierten Studienjahr können Studierende im Rahmen der so genannten Profilbereiche folgende Schwerpunkte wählen:

Aktuelle Musik: Instrument/Gesang
Aktuelle Musik: Komposition
Alte Musik
Begleitinstrumente für EMP-Studiengänge
Chorleitung
Elementare Musikpädagogik
Ensembleleitung
Gitarre Crossover
Jazz-Arrangement/-Komposition
Jazzchorleitung
Jazz für Klassiker
Kinderchorleitung
Kindertanz
Klassik für Jazzer
Korrepetition

Bei den viersemestrigen Profilschwerpunkten handelt es sich um eine inhaltliche Erweiterung der künstlerisch-pädagogischen Kompetenz. Ein Einblick in andere Stilrichtungen, andere Zugangsweisen und weitere Schwerpunkte wird so gegeben. Dafür muss keine Aufnahmeprüfung abgelegt werden. An Stelle der angebotenen Profilschwerpunkte können Studierende sich auch individuelle Wahlfachkombinationen selbst zusammenstellen.

Mehrfachkompetenz durch Studium eines Zweitfachs und 2. Hauptfachs

Neben der Wahl von persönlichen fachlichen Schwerpunkten im Profilbereich bietet die Hochschule für Musik Nürnberg die Möglichkeit, im Rahmen der künstlerisch-pädagogischen Studiengänge ein Zweitfach zu wählen. Das Studium eines Zweitfachs ist mit jedem Instrument, Gesang oder Elementarer Musikpädagogik möglich. Für ein Zweitfach ist keine Eignungsprüfung vorgesehen, es bedarf aber der besonderen Empfehlung des Kollegiums und ist von den Kapazitäten im jeweiligen Fachbereich abhängig. Das Studium eines Zweitfachs führt zu einer weiteren Unterrichtsqualifikation. Die fachspezifischen Module werden hierbei in (leicht) verkürzter Form absolviert.

Weiterhin kann im künstlerisch-pädagogischen Bereich jedes Instrument, Gesang oder Elementare Musikpädagogik als zweites Hauptfach-Studium studiert werden. Das Studium eines zweiten Hauptfaches erfordert eine Eignungsprüfung. Die Anforderungen im künstlerischen Niveau sind identisch mit denen im ersten Hauptfach. Die fächerübergreifenden, polyvalenten Module können hierbei aus dem ersten Hauptfachstudium anerkannt werden. Die fachspezifischen Module aus den Bereichen Hauptfach und Pädagogik 3 bis 5 müssen jedoch in vollem Umfang absolviert werden.

Künstlerisch-pädagogische Masterstudiengänge

Die Hochschule für Musik Nürnberg bietet seit 2005 Aufbaustudiengänge für Absolventinnen und Absolventen musikpädagogischer Studiengänge an (vergleichbar dem Qualifizierungsangebot der künstlerischen Meisterklasse). Aufbauend auf diese ersten Erfahrungen gab die Bologna-Reform die Möglichkeit, künstlerisch-pädagogische Masterstudiengänge in verschiedenen Ausrichtungen und mit unterschiedlichen Zielsetzungen zu etablieren. Voraussetzung für alle künstlerisch-pädagogischen Masterstudiengänge ist ein künstlerisch-pädagogischer Bachelorabschluss oder ein vergleichbarer Studienabschluss.

An der Hochschule für Musik in Nürnberg werden keine „Schmalspur“- Pädagoginnen und Pädagogen ausgebildet. Daher ist ein künstlerisch-pädagogisches Masterstudium im Anschluss an einen künstlerischen Bachelorabschluss nicht möglich. Wer sich nach einem künstlerischen Bachelor auch pädagogisch qualifizieren möchte, muss ein zweites Bachelorstudium im künstlerisch-pädagogischen Studiengang absolvieren. Hierbei werden Theorie- und Pflichtfächer aus dem künstlerischen Bachelor weitgehend anerkannt. Es müssen lediglich die spezifisch künstlerisch-pädagogischen Fächer absolviert werden.

Master „Musikpädagogik: Instrument/Gesang“ bzw. „Musikpädagogik: EMP“

Dieses Studium dient der Vertiefung und Vervollkommnung der pädagogischen, wissenschaftlichen und fachdidaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Erschließung neuer musikpädagogischer Arbeitsfelder. Es qualifiziert Musikpädagoginnen und Musikpädagogen für ein Berufsfeld, für das es bisher kaum Ausbildungsmöglichkeiten gab. Dieses Berufsfeld umfasst beispielsweise

  • Fachbereichsleitung an einer Musikschule
  • Tätigkeit in der Erwachsenenbildung, insb. im Bereich der Fort- und Weiterbildung
  • Lehrtätigkeit an Fachschulen, Fachakademien, Berufsfachschulen
  • Lehrtätigkeit als Hochschullehrer/-in im Hauptfach und im Bereich Fachdidaktik

Weiterhin dient es der möglichen Vorbereitung auf eine musikpädagogische Promotion. Es handelt sich um ein viersemestriges Teilzeitstudium mit insgesamt 60 cp. Die Lehrveranstaltungen finden teils wöchentlich, teils blockweise statt.

Voraussetzungen für die Aufnahme eines solchen Studiums sind:

  • Abgeschlossenes Bachelor-Studium KPA im jeweiligen Hauptfach
  • Bestehen einer Eignungsprüfung
  • Nachweis eigener Unterrichtstätigkeit im Hauptfach
  • Interesse an wissenschaftlichen Methoden, Professionalisierungsmöglichkeiten und lebenslangem Lernen

 Master „Musizieren in heterogenen Gruppen“

Dieser Studiengang qualifiziert für die musikalische (instrumentale und vokale) Arbeit mit Gruppen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren in außerschulischen und schulischen Kontexten. Durch die Vermittlung von EMP-spezifischen Verfahrensweisen sowie den Erwerb spezieller didaktischer Kenntnisse und praktischer Erfahrungen im Musizieren mit größeren Gruppen (auch Klassenmusizieren) entstehen Handlungskompetenzen, die für die folgenden Tätigkeitsfelder qualifizieren:

Die Absolventinnen und Absolventen können:

  • flexible Konzepte für instrumentengemischten (Groß-)Gruppenunterricht, instrumentenspezifischen (Klein-)Gruppenunterricht bzw. Stimmarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen entwickeln,
  • die Prinzipien der (Elementaren) Instrumental- und Vokalpädagogik wie musizierendes Lernen, Binnendifferenzierung und Körperorientierung selbstverständlich anwenden,
  • im Bereich der Elementaren Musizierpraxis beispielsweise im Grundfachbereich der Musikschulen unterrichten,
  • fächerübergreifende Projektarbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen durchführen

Es handelt sich entweder um ein zweisemestriges Vollzeitstudium oder ein viersemestriges Teilzeitstudium mit insgesamt 60 cp.

Voraussetzungen für die Aufnahme eines solchen Studiums sind:

  • Abgeschlossenes Bachelor-Studium KPA oder vergleichbares Studium
  • Bestehen einer Eignungsprüfung
  • Interesse am Musizieren mit größeren Gruppen

Musikpädagogische Preise für die besten Absolventinnen und Absolventen

Ein Wink mit dem Zaunpfahl, einfach ein Ansporn für die Studierenden oder beides? Während normalerweise nur Preise für beste künstlerische Leistungen vergeben werden, ist es der Hochschule für Musik Nürnberg als einziger Hochschule in Deutschland möglich, die besten Abschlüsse in künstlerisch-pädagogischen Studiengängen mit Preisen zu prämieren.

Dies haben wir einer sehr großzügigen Spende zu verdanken, die 2006–2015 Preisgelder in Höhe von jährlich 5000 € sicherte. Auf ausdrücklichen Wunsch des Sponsors werden zunächst jeweils zwei Preise in zwei Kategorien (1. Preis: 1500 €, 2. Preis: 1000 €) vergeben und zwar in der Kategorie I an Studierende mit Hauptfach oder Zusatzfach Klavier und in Kategorie II an Studierende aller weiteren Hauptfächer. 2012 kamen durch die Patho-Stiftung Preise in einer dritten Kategorie an Studierende mit Hauptfach EMP hinzu. Seit 2016 übernimmt die Patho-Stiftung die Finanzierung aller Musikpädagogischen Preise. Damit kann diese hervorragende Förderung unserer Absolventinnen und Absolventen weiterhin fort geführt werden.

Maßgeblich für die Preisvergabe ist der Durchschnitt aus allen spezifisch künstlerisch-pädagogischen Fächern: Hauptfach (ggf. Zusatzfach), Fachdidaktik, Lehrpraxis, ggf. Literaturkunde, Musikpädagogik und Bachelorarbeit.

Die Absolventinnen und Absolventen mit den besten Durchschnittsnoten aus den genannten Fächern erhalten jeweils den 1. und den 2. Preis. Die Preisvergabe erfolgt nach Abschluss aller relevanten Prüfungen zu Beginn des folgenden Wintersemesters.

Hier finden Sie eine Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger ab 2005.

Preisträgerinnen und Preisträger der MUP-Preise 2011
MUP-Preisträgerinnen und Preisträger 2010