Siegfried Jerusalem wird Ehrensenator der Hochschule für Musik Nürnberg

Der weltweit renommierte Kammersänger und ehemalige Musikhochschulpräsident Prof. Siegfried Jerusalem wurde zum Ehrensenator der Hochschule für Musik Nürnberg ernannt.

Er erhielt die erstmals vergebene Auszeichnung in Anerkennung seines langjährigen außergewöhnlichen Einsatzes für die Hochschule als Lehrer sowie für seine besonderen Verdienste als Hochschulpräsident in der entscheidenden Phase, in der die kommunale Hochschule zur staatlichen Musikhochschule wurde. Siegfried Jerusalem ist emeritierter Professor an der Hochschule für Musik Nürnberg, der er von 2001 bis 2009 als Präsident vorstand.

„Er hat durch sein Wirken die Grundlagen für diese neue Zeit gelegt. Darüber hinaus hat er als Sänger mit internationaler Reputation und als herausragender Gesangspädagoge Generationen von Sängerinnen und Sängern an der Hochschule für Musik Nürnberg geprägt“, lobte der amtierende Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg Prof. Christoph Adt seinen Vorgänger. Vizepräsidentin Prof. Susanne Kelling überreichte zudem eine Medaille, die ihn als Ehrensenator auszeichnet.

Siegfried Jerusalem, geboren in Oberhausen, absolvierte von 1955 bis 1960 ein Musikstudium an der Folkwangschule in Essen (Fagott, Klavier und Geige). Von 1961 bis 1977 war er als Fagottist in verschiedenen Orchestern, zuletzt beim Rundfunk-Symphonie-Orchester Stuttgart. Ab 1971 nahm er Gesangsunterricht bei Hertha Kalcher in Stuttgart.

1975 sprang er für Franco Bonisolli bei einer TV-Produktion (DER ZIGEUNERBARON) ein. Von da an ging seine sängerische Laufbahn steil nach oben. Erste Engagements folgten 1976 in Darmstadt und Aachen, 1977 in Hamburg, Zürich und Stuttgart, wo er jeweils den Lohengrin sang.

1977 war er zum ersten Mal bei den Bayreuther Festspielen als Froh im RHEINGOLD und als junger Seemann in TRISTAN UND ISOLDE zu hören. Seit dieser Zeit trat er regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen auf.

1978 gab er sein Debüt als Tamino in der Zauberflöte an der Deutschen Oper in Berlin. Weitere Engagements führten ihn nach Wien, Metropolitan Opera New York, New Orleans, Mailänder Scala, Paris, London, Köln, Genf, Chicago, San Francisco, San Diego, Toronto, Washington usw.

Siegfried Jerusalem nahm verschiedene Platten auf, unter anderem VIOLANTA, SCHWANDA, DER DUDELSACKPFEIFER und RING DES NIBELUNGEN, für die er alle den begehrten "Grammy Award" bekam. Auch seine Strauss-Einspielung mit Orchesterliedern wurde in Amerika als Platte des Monats ausgezeichnet.

Bei den Bayreuther Festspielen 1988 sang Siegfried Jerusalem zum ersten Mal den jungen Siegfried im RING DES NIBELUNGEN. Dieses Debüt wurde von fast allen Kritikerinnen und Kritikern als sensationell beurteilt. 1989 übernahm Jerusalem auch den Siegfried in der GÖTTERDÄMMERUNG und konnte damit ebenfalls an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen. 1990 war für Siegfried Jerusalem das erfolgreichste Jahr an der MET in New York. Er sang im RING-Zyklus den Loge im RHEINGOLD sowie beide Siegfriede (SIEGFRIED UND GÖTTERDÄMMERUNG). Dieser RING wurde für das Fernsehen aufgezeichnet 55 Millionen Menschen haben diese Produktion allein in Amerika gesehen. Sein Rollendebüt mit dem Tristan gab er 1993 zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele. Es war für ihn ein großer persönlicher Erfolg, der ihn für Jahre hinaus als Tristan an alle großen Opernhäusern band.

Am 9. Oktober 1997 verlieh Bundespräsident Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse an Siegfried Jerusalem.