Schwungvoll von Gabrieli bis Gershwin

Im Rahmen der Atriumklänge – leider aufgrund des kühlen Wetters in den Heilig-Geist-Saal verlegt – führten die Chöre der Hochschule und das Blechbläserensemble „BlackBlazer“ unter Leitung von Alfons Brandl und Harald Bschorr klein und groß besetzte Chormusik, Werke für Blechbläser und Gemeinsames unter dem Titel „Summertime“ auf.

Die ganze Bühne war gefüllt, als der große Hochschulchor nach einer einleitenden Fanfare zusammen mit den Blechbläsern zwei dreichörige Messsätze Giovanni Gabrielis mit Klangfülle und in feiner Artikulation zum Erklingen brachte. Der klein besetzte Madrigalchor der Hochschule widmete sich dann weltlichen Chorwerken von Orlando di Lasso und Claudio Monteverdi. Dabei beindruckte das 16 köpfige Ensemble durch hohe Präsenz, sehr gute Intonation und klar artikulierte Texte. Besonders gelungen Lassos Echolied mit einem Soloquartett vom Balkon des Saales oder das beweglich und schlank dargebotene Madrigal „Ecco mormorar l’onde“ von Claudio Monteverdi.

Mit virtuosem Blechbläserglanz überzeugten anschließend die Blechbläser mit Händels „Einzug der Königin von Saba“, bei dem insbesondere die Posaunen und hohen Trompeten Schwerstarbeit zu leisten hatten.

Nach der Pause dann zunächst romantische Musik: Sechs der elf Zigeunerlieder von Johannes Brahms op. 103 erklangen fein differenziert mit der virtuosen Klavierbegleitung von Dunja Robotti. Alfons Brandl setzte mit Elan dynamische Akzente.

Einen entspannten und fetzigen Schlußspurt setzten dann die BlackBlazer mit kunstvollen Arrangements von Kompositionen G. Gershwins aus Porgy und Bess. Feine Soli von der Trompete über das Horn bis zur Tuba waren zu hören, viel Groove und eine große Portion Musizierlust zu spüren. Auch der große Chor begab sich auf u-musikalische (Ab)Wege. Mit „Dream a little dream of me“ und „Chattanooga choochoo“ gesellten sich die Sängerinnen und Sänger zu den Bläsern und auch die Deutschrock-Version Udo Lindenbergs („Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow?“) – heute schon fast ein Stück deutscher Geschichtsbetrachtung – wurde über die bitonalen Hürden von P. Lawrences Arrangement gerettet.

Die BlackBlazer unter der lockeren Leitung von Harald Bschorr schlossen mit „Summertime“ und „I got rhythm“ einen vergnüglichen und überzeugenden Abend, auch wenn der Sommer noch auf sich warten lässt…..