Hochschule trauert um Reinette van Zijtveld-Lustig

Wir trauern um Reinette van Zijtveld-Lustig, ehemalige Dozentin für Jazz-Gesang, die am 24.04. 2021 im Alter von 59 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist.

Reinette van Zijtveld-Lustig, geboren in Holland, studierte Jazz-Gesang in Hilversum u. a. bei Deborah Brown, Greetje Kauffeld, Geoffrey Garth und Mark Murphy. Seit 1993 wohnte sie in Deutschland und war dort als Sängerin und Jazzgesangspädagogin tätig.

Musikalisch aktiv war sie seit 1996 bei Vokal Total, sie gab Konzerte oder produzierte CDs mit Darmon Meader, Albert Mangelsdorf, Klaus Doldinger, Bill Ramsey, Michelle Weir, The real group, Rhiannon, Lumberjack Big Band, Paul Kuhn, New York Voices, Jigs Wighamm, Bill Ramsey, Annete Frank. Es sind 4 CD-Veröffentlichungen mit ihr erschienen.

Sie unterrichtete an den Musikhochschulen in Würzburg und Nürnberg, bis 2005 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, und bis 2008 am Richard-Strauss-Konservatorium in München. Ihre Unterrichtsfächer waren Jazz-Gesang, Stimmbildung, Fachmethodik, Chor, Ensemble, Anatomie und Physiologie.

In Fortbildungen, Workshops und Betreuung brachte sie sich ein beim BuJazzO, mit u. a. Bob Stoloff, Michelle Weir, Kirby Shaw, beim Deutschen Musikrat, mit Roger Treece (circlesongs), Matthias Becker (Chorleiterfortbildungen), beim Land Baden-Württemberg (Fortbildungen an Landesakademien) und bei diversen Chören.

Ihre Kolleg_innen und Student_innen trauern um eine warmherzige und charismatische Dozentin. Ein Nachruf von Fola Dada (Dozentin für Jazz-Gesang) im Namen des Departments Jazz:

„Reinette van Zijtveld-Lustig ist im Alter von 59 Jahren am 24.04. 2021 nach langer Krankheit gestorben. In den letzten drei Jahren, in denen sie ihre Krankheit tapfer und immer kämpfend ertragen hat, fand sie trotz eigener Schmerzen und Sorgen immer noch tröstende Worte für andere, hörte zu, strahlte in ihrer ganz eigenen wundervollen Art und inspirierte und bereicherte das Leben anderer Menschen.

Sie erweiterte die Horizonte, löste Blockaden, entlastete mit unendlichem Wohlwollen von Ängsten, verführte die Menschen über sich hinaus zu wachsen und an sich zu glauben.

Wenn ich die Trauer-Bekundungen lese, fällt auf, dass sie Musik im wahrsten Sinne des Wortes war, denn sie klingt und schwingt nach. Ihre pädagogische Exzellenz wirkt noch Jahre später, denn so viele Sänger_innen berichten davon, dass sie nur nach einer Begegnung teilweise täglich ihre Anweisungen, Tipps und Empfehlungen befolgen.

Ihr Händchen genau die richtigen Impulse zu geben war bemerkenswert und ihre freundliche Offenheit immer eine Einladung sich ganz authentisch zu zeigen.

Schwer wiegt der Verlust ihres Wissens zu so vielen Gebieten, Jazz, Chorgesang, sängerische Begleitung und und und. Ihr Lachen und ihr Humor, bewundernswert, denn sie hatte immer gesundheitlichen Probleme. Ein Stehaufmännchen könnte man sie nennen und so war selbst bei der schweren Diagnose noch die Hoffnung da, dass sie wieder zurückkommen wird. Nun müssen wir sie loslassen.

Traurig und sprachlos sind wir.

Sie aber niemals stumm.

Reinette van Zijtveld-Lustig klingt in uns weiter.

Danke für alles,
liebe Reinette.“

Hochschulpräsident Prof. Christoph Adt: „In großer Dankbarkeit für die geleistete Arbeit und für alle gemeinsamen Projekte und Musiziererlebnisse gedenken wir ihrer und behalten Reinette van Zijtveld-Lustig als wunderbare Musikerin und inspirierende Lehrerin im Gedächtnis.“