Marimba-Akademie mit überwältigender Resonanz

Zum ersten Mal war die Hochschule für Musik Nürnberg diesen Sommer Gastgeber-Institution der Internationalen Katarzyna Mycka Marimba-Akademie – mit so großem Erfolg, dass eine Wiederholung im Jahr 2015 nach Abschluss der Umbauphase angestrebt wird.

Vom 30. Juli bis zum 7. August 2011 erhielten 32 Perkussions-Studierende aus aller Welt Unterricht bei hochkarätigen Gastdozenten und gaben zahlreiche Konzerte zusammen mit den Lehrenden. Alle öffentlichen Veranstaltungen waren überaus gut besucht; das Publikum zeigte sich durchweg begeistert.

Im Rahmen der Eröffnung am 30. Juli stellte sich das international hochkarätig besetzte Professorenteam bestehend aus Katarzyna Mycka, Pedro Carneiro, Shoko Sakai, Hermann Schwander, Peter Sadlo und Svet Stoyanov mit Werken von W. Graf, L. Larsen, A. Ignatowicz-Glinska, P. Klatzow und einer europäischen Erstaufführung von Andrew Beals "Song of Almah" für Marimba und Sopran (K. Mycka & B. Friebel) vor. Beim Erlanger Schlossgartenkonzert (wegen des unbeständigen Wetters im Redoutensaal) spielte Akademie-Leiterin Katarzyna Mycka zusammen mit „special guest“ Maki Takafuji Steve Reichs „Nagoya Marimbas“, welches 1994 für die Eröffnung der neuen Konzerthalle im japanischen Nagoya komponiert und damals von Frau Takafuji zusammen mit ihrer Mutter uraufgeführt wurde.

Ein besonderes Erlebnis waren für die Studentinnen und Studenten die Arbeit mit dem französischen Komponisten und Malletspieler Emanuel Sejourné. Er probte zwei Tage mit Studierenden und den Lehrenden, um am 2. August im vollbesetzten Heilig-Geist-Saal einen bunten Ausschnitt seines umfangreichen Oeuvres zu präsentieren. Dabei wechselte der Meister selbst vom Vibraphon zur Marimba und übernahm sogar die Begleitung seines Marimbakonzertes am Flügel.

Das Jugendkonzert am 3. August im Heilig-Geist-Saal begann mit einer Uraufführung des gekonnt komponierten Marimbaquartetts „Gendrift“ aus der Feder des  jungen Nürnberger  Jazzstudenten Simon Scharf, klangsensibel interpretiert von den Akademiedozenten Katarzyna Mycka (Polen), Shoko Sakai (Japan), Svet Stovanov (USA) und Hermann Schwander von der Hochschule für Musik Nürnberg. Es folgten neben Originalkompositionen der japanischen Marimbalegende Keiko Abe und Bearbeitungen von Tschaikowskys Nussknackersuite ein lustiger Hummelflug für zwei Marimbisten von Tobias Broström und schließlich eine spannende Fassung von Saint-Saens „Karneval der Tiere“  (Arrangement: Peter Klemke, Text: Simon Klemke).

Auch in den folgenden Konzerten war das Publikum fasziniert von den teils unglaublich virtuosen Darbietungen der jungen Percussionisten, den hochinteressanten Uraufführen unter Anwesenheit der Komponisten (Manfred Menke, Thomas Daub) und vom sensiblen Zusammenspiel bei kammermusikalischen Werken. Diese wurden größtenteils unter der Betreuung von Akademieassistent Radek Szarek einstudiert, der zudem selbst wiederholt als überzeugender Solist und flexibler Kammermusikpartner auf der Bühne stand.

Zwischen den Proben  und Übungszeiten stieß die Noten-, Schlägel und CD-Ausstellung auf großes Interesse. Auch die vielen von verschiedenen Herstellern aus Europa und den USA bereitgestellten Instrumente konnten ausführlich in der Praxis getestet werden.

Dass der Erfolg einer derartigen Veranstaltung nicht ohne gründliche  organisatorische und logistische Vorbereitung und Betreuung möglich ist, betonte die Akademiegründerin bei der Abschlussfeier. Ihr besonderer Dank gilt dem umsichtigen Organisations- und Helferteam der Hochschule für Musik Nürnberg unter der Leitung von Slawek Mscisz.