Jazz in der Katharinenruine

Fotos: Sören Balendat

Klanggeladener Jazz vor der einzigartigen Kulisse des ehemaligen Katharinenklosters: Die Open-Air-Veranstaltungsreihe „Jazz in der Katharinenruine“ startete diesen Sommer wieder in eine neue Runde. An drei Abenden luden im Juli verschiedene Studierendenensembles der Hochschule zu einem facettenreichen Programm mit Bigband-Klängen, Latin Music, Jazz-Rock-Fusion und vielem mehr ein. Die Veranstaltung war eingebettet in die Reihe „st. katharina open air 2022“.

Im ersten Set des Themenabends „Jazz XXL“ traf das Saxophonensemble auf das Composers Ensemble unter der Leitung von Prof. Steffen Schorn. Daraus ergaben sich spannende Sound-Kombinationen von Saxophonquartett a cappella bis hin zu fulminantem Tutti-Alarm! Danach führte die Big Band der Hochschule unter der Doppelleitung von Prof. Steffen Schorn und Prof. Klaus Graf ein bewährtes zweigeteiltes Programm zum Abschluss des Sommersemesters auf. Mit Prof. Schorn erklangen frischgebackene Kompositionen aus dem Kreativpool der Jazz-Kompositionsklasse gepaart mit ausgewählten, orchestralen Juwelen des American Big Band Songbooks. Bei Prof. Graf waren Vocal Big Band Klassiker zu hören aus dem Repertoire von Frank Sinatra, Dianne Reeves, Chaka Khan u. a., interpretiert von den Studierenden der Jazzgesangsklasse.

Am zweiten Festivalabend standen bei der Jazzrock-Fusion-Latin-Night zum Tanz animierende Rhythmen auf dem Programm. Das diesjährige Repertoire des Afro Caribbean Jazz Ensembles erstreckte sich von kubanischer Rumba über Latin Jazz bis hin zu knackiger Salsa und präsentierte Werke von Chucho Valdez, Yoruba Andabo, Moisés Simons und anderen. Weiter führte das Brazilian Jazz Ensemble der Hochschule durch die Veranstaltung, das traditionelle brasilianische Musik mit den Elementen des zeitgenössischen Jazz mischt. Choro, Bossa und Samba waren die rhythmischen Zutaten dieser ebenso melodiereichen wie charmanten Musik. Das Repertoire umfasste Songs der legendären brasilianischen Komponisten und Songwriter Djavan, João Bosco, Durval Ferrreira und José Bertrami. Im letzten Set  präsentierte die Jazz-Rock-Fusioncombo unter der Leitung von Prof. Klaus Graf die absoluten Jazz-Rock-Fusion und Soul-Highlights der vergangenen 40 Jahre. In diesem Jahr hatten sich die Studierenden den Klassikern Erykah Badu, Curtis Mayfield, Stevie Wonder, Bill Withers, Tower of Power u. a. verschrieben.

Die Vocal-Standard-Combo unter der Leitung von Markus Harm eröffnete mit klanggeladenen Jazz-Sounds den letzten Festivalabend, die traditionelle „Jazz Night“. Zehn Musikerinnen und Musiker präsentierten eine spannende Mischung aus Jazzstandards verschiedener Epochen, die sich zu einem erfrischenden und abwechslungsreichen musikalischen Mosaik zusammensetzen. In den letzten sechs Monaten hat die Band durch kontinuierliche Probenarbeit und viel Spielfreude einen eigenen, warmen Bandsound kreiert und zelebriert. Sie interpretierte die eigens für diese Combo entstandenen Arrangements von Prof. Johannes Herrlich und Prof. Martin Schrack auf ihre ganz persönliche Art und Weise. Den Abschluss der dreitägigen Veranstaltungsreihe bildeten unter der Leitung von Prof. Jürgen Neudert die Hardbop Messengers feat. the Music of J. J. Johnson & Kai Winding. Eine Band mit einer Frontline bestehend aus zwei Posaunen war in der Jazzwelt der 50er Jahre etwas völlig Neues. Die Studierenden griffen diese Bühnenformation der amerikanischen Musiker J.J. Johnson und Kai Winding wieder auf. Im Programm kamen teils originale Arrangements sowie auch neuere, für diese Besetzung arrangierte Stücke zur Aufführung.