HfM Nürnberg erfolgreich bei aktueller Förderentscheidung der Stiftung Innovation in der Hochschullehre zum Thema „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“

Bei der ersten Förderentscheidung der Stiftung Innovation in der Hochschullehre konnten die Bayerischen Kunsthochschulen einmal mehr zeigen, dass sie erfolgreich auf Innovation und starke Zusammenarbeit setzen: Vier der insgesamt sechs Bayerischen Kunsthochschulen haben am 25. Mai 2021 eine Förderzusage im Rahmen der Ausschreibung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ der Stiftung Innovation in der Hochschullehre erhalten. Die jeweiligen Einzelanträge waren ebenso erfolgreich wie der Verbundantrag von insgesamt 18 Musikhochschulen.

Der Einzelantrag der Hochschule für Musik Nürnberg (HfM Nürnberg): „Remote-Learning an Musikhochschulen: Explorieren – Evaluieren – Etablieren (RE|LEVEL)“

Die positiven Impulse aus der Distanzlehre vor und während der Corona-Pandemie werden in diesem Projekt aufgegriffen, weiter exploriert bzw. ausgebaut (u. a. in speziell eingerichteten Musterräumen und durch Beschaffung von Hardware und Software inkl. Programmieraufträge), dabei systematisch evaluiert und schließlich hochschulweit und auch hochschulübergreifend verfügbar gemacht. Die breite Zustimmung aller Departments stellt sicher, dass das gesamte Spektrum von Lehr-/Lernszenarien an Musikhochschulen abgedeckt werden kann (künstlerischer Einzel- und Gruppenunterricht, Ensemblelehre/-proben, Seminar, Vorlesung, Übung). Im Fokus steht die hochschuldidaktische Weiterentwicklung hin zu mehr Studierendenzentrierung. Die Strategie umfasst drei zentrale Maßnahmen:

1. Explorieren
Bestehende Formate, Plattformen und technische Optionen werden erprobt und erweitert, u. a. in speziell eingerichteten Musterräumen und durch Beschaffung von Hardware und Software (technische Desiderate können auch durch Programmieraufträge verwirklicht werden).

2. Evaluieren
Digitale Lehr-/Lernszenarien werden systematisch begleitet und bewertet. Es erfolgt eine kontinuierliche Veröffentlichung der Konzepte und Ergebnisse auf einer digitalen Austauschplattform.

3. Etablieren
Positiv bewertete Lehr- und Prüfungsformate werden in Studien- und Prüfungsordnungen integriert

Der Verbundantrag von insgesamt 18 deutschen Musikhochschulen: „Netzwerk der Musikhochschulen 4.0“

Das bisherige Netzwerk der Musikhochschulen, das insgesamt neun Jahre lang elf deutsche Musikhochschulen miteinander verband, wird nun in ein neues und größeres Netzwerk von 18 deutschen Musikhochschulen zum Verbund „Netzwerk der Musikhochschulen 4.0“ weiterentwickelt. Die drei bayerischen Musikhochschulen in München, Nürnberg und Würzburg sind Teil dieses Verbundes. Das Netzwerk 4.0 greift an Musikhochschulen auftretende – insbesondere didaktische – Fragestellungen auf, entwickelt Lösungen und begegnet mit deren Umsetzung den spezifischen Herausforderungen an den Musikhochschulen. Wie beispielsweise müssen digitale Anwendungen optimiert werden, damit ein traditionelles Musikstudium durch die Digitalität einen Mehrwert erhalten kann? Antworten und Lösungen auf diese und ähnliche Fragen werden nachhaltig in den Netzwerk-Musikhochschulen implementiert und dadurch dem Wissenschaftssystem langfristig zur Verfügung stehen.

Weitere Anträge von bayerischen Kunsthochschulen

Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF): „Horizontale, digitale Integration von Lehre und Filmproduktionsprozessen

Entstehen soll eine Softwarelösung, die sowohl die Abläufe der Produktion von Filmen als auch deren Archivierung mittels gemeinsamer Schnittstellen bündelt und für Student_innen, Lehrende und Mitarbeiter_innen jederzeit abrufbar macht. Die während des Filmhochschulstudiums produzierten Filme sind Kern der Ausbildung und darüber hinaus das künstlerische Gut der jeweiligen Filmhochschulen. Hier entstandene Filme für spätere Sichtbarkeiten oder den Einsatz in der Lehre folgender Generationen leicht nutzbar zu machen und schon mit gemeinsam optimierten Produktions-Daten sicherzustellen, ist ein großer Gewinn. Projektverantwortlich zeichneten für das Projekt v. a. Michael Kalb (Herstellungskoordination), Bernd Stapf (EDV), Sabine Walz-Jaeger (Kanzlerin) und Prof. Dr-Ing. Peter C. Slansky (Technik-Professor).

Hochschule für Musik und Theater München (HMTM): „OER-Lernplattform für Musik (OER Learning Platform for Music)“

Im Rahmen des Projekts entwickelt die HMTM eine digitale Lernplattform unter offener Lizenz, die auf die spezifischen Belange des Musiklernens zugeschnitten ist und zur gemeinsamen Arbeit von Lehrenden und Lernenden an hochwertigen Lernmaterialien einlädt. Qualitativ hochwertige Open Educational Resources (OER) gewinnen für die Musikausbildung immer mehr an Bedeutung, da sie leicht zugänglich sind und ein chancengerechtes, inklusives und effektives Lernen im Bereich der Musik ermöglichen. Die HMTM weitet durch dieses innovative Angebot ihre Ausbildungsformate umfangreich aus.

Hochschule für Musik Würzburg (HfM Würzburg): Einzelantrag „Digitalisierung, Vernetzung und Vermittlung in der Lehre der internationalen Orgelkunst"

Ziel des Projektes ist der Aufbau einer digitalen Lehrbibliothek (DLB) zur historischen, zeitgenössischen und innovativen Orgel per Video sowie eines digitalen Fachliteraturverzeichnisses. Diese DLB wird als neuer Lehrkontext weltweit verfügbar (z. B. OER/OA) sein und wird zusätzliche komplexe Handlungskompetenzen und einen deutlich stringenteren und individuelleren Lehrverlauf generieren. 84 Lehrvideos werden neu produziert, in weltweiten Netzwerken kommuniziert, mit Präsenzlehre verknüpft und in der HfM Würzburg implementiert.
 

Über die Stiftung Innovation in der Hochschullehre

Die 2020 gegründete Stiftung Innovation in der Hochschullehre hat zum Ziel, Innovationen im Bereich des Lehrens und Lernens an Hochschulen zu ermöglichen sowie die Erneuerungsfähigkeit der Hochschullehre insgesamt und kontinuierlich zu stärken. Die Stiftung fördert geeignete Projekte, die an einzelnen Hochschulen verankert sind oder im Verbund umgesetzt werden. Zudem schafft sie Vernetzungsangebote für die Akteur_innen, unterstützt den Austausch über Projektergebnisse, Erfolge und Herausforderungen und macht gemeinsames Wissen verfügbar. Programm und Förderung der Stiftung kommen der gesamten Breite der deutschen Hochschullandschaft zugute. Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre ist eine Treuhandstiftung in Trägerschaft der gemeinnützigen Toepfer Stiftung gGmbH. Sämtliche Mittel für Förderung, Programm, Organisation und Verwaltung werden von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt.