Deutsche Erstaufführung der Kammeroper "Kaspar Hauser"

Mit großem Erfolg hat die Hochschule für Musik Nürnberg in Kooperation mit dem Royal Conservatoire of Scotland am 14. und 15. April im Heilig-Geist-Saal die Kammeroper „Kaspar Hauser – Child of Europe“ auf die Bühne gebracht. In einer klugen Inszenierung von Joachim Rathke (Ausstattung: Dietlind Konold) wurde die deutsche Erstaufführung des von dem schottischen Komponisten Rory Boyle in den Jahren 2006 bis 2007 geschriebenen Werks realisiert.

Die Handlung spielte auf einer Mittelbühne, die sich wie ein Laufsteg durch den gesamten Zuschauerraum zog und das Publikum in zwei Hälften teilte. In vierzehn knappen Szenen erzählt das Stück die Geschichte des Findelkindes, das vor genau 200 Jahren geboren und als Teenager auf dem Nürnberger Unschlittplatz aufgefunden worden war. Alle Sängerrollen übernahmen Studierende der Hochschule für Musik Nürnberg. Das Kammerorchester samt Dirigentin kam aus Glasgow.

„Einen beachtlichen Erfolg“ nennt Jens Voskamp das Projekt in seiner Kritik vom 16.04.2012 in den Nürnberger Nachrichten. Sein besonderes Lob gilt dem Bariton Manuel Krauß, der den Kaspar Hauser verkörperte. Er sei eine „Idealbesetzung“ und habe „darstellerisch und sängerisch das Format, die Dauerrolle facettenreich wie verletzlich auszufüllen“. Auch das restliche Ensemble verdiene „wirklich Anerkennung“, darunter Carl Rumstadt („sehr präsent“) als Man in Black. Auch Thomas Susemihl lobt in seiner Besprechung vom 17. April 2012 in der Nürnberger Zeitung die schauspielerischen und stimmlichen Leistungen von Manuel Krauß sowie die „offensichtliche Hingabe“ des gesamten Ensembles.

Ebenso kann das „ bestens vorbereitet und subtil aufspielende“ schottische Orchester unter der Leitung von Jessica Cottis die Vorstellungen für sich als Erfolg verbuchen. „Diese künstlerische Verzahnung mit schottischen und fränkischen Anteilen ging bestens auf“, so Jens Voskamp.

Alle Beteiligten befinden sich nun auf dem Weg nach Schottland, wo am 19. April in Edinburgh und am  20. April in Glasgow weitere Aufführungen stattfinden.

Ein herzlicher Dank geht an alle Sponsoren und Unterstützer, wie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD), dem Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg, dem Staatstheater Nürnberg, der Stadt Glasgow, Herrn Dr. Gustl Drechsler und der Gesellschaft der Förderer der Hochschule für Musik in Nürnberg e.V.

 

Fotostrecke von Carolin Ritter