Zwei neubesetzte Professuren an der Hochschule für Musik Nürnberg

Zum aktuellen Wintersemester wurden eine neue Professorin und ein neuer Professor an die Hochschule für Musik Nürnberg berufen: Die Sängerin Brigitte Geller und der Flötist Henrik Wiese haben ihren Unterricht bereits begonnen.

Brigitte Geller, Kammersängerin der Komischen Oper Berlin, ist in der Schweiz aufgewachsen. Sie studierte Flöte und Gesang an der Musikhochschule Basel und schloss beide Studien mit dem Solistendiplom ab. Ihr weiterer musikalischer Weg führte sie über das Internationale Opernstudio Zürich, an das Theater der Stadt Heidelberg, nach Berlin an die Komische Oper sowie nach Österreich, Großbritannien, Frankreich, Italien, Griechenland und zuletzt nach China. Die Zusammenarbeit mit zahlreichen Dirigenten sowie Regisseuren und deren unterschiedlichsten Arbeitsweisen ermöglichten ihr, eine starke Bühnenpräsenz auszubilden. Neben der Oper war sie immer auch als Konzert- und Liedsängerin tätig. Vom zunächst leichten lyrischen Sopran hat sich Brigitte Geller in den letzten Jahren dem dramatischen Fach zugewandt und singt seit September 2017 am Landestheater in Linz Partien des jugendlich dramatischen Fachs. Diese Erfahrungen helfen ihr, den Studierenden wertvolle Anregungen zu vermitteln und „ihnen nahezubringen, immer neugierig zu bleiben, damit sie zu unverwechselbaren Persönlichkeiten werden, die die Kulturlandschaft nachhaltig beleben und prägen.“

Sie freut sich darüber, in Nürnberg und der Hochschule „ein neues musikalisches, kreatives Zuhause gefunden zu haben, um gemeinsam mit Kollegen, Kolleginnen und Studierenden Erlebnisräume zu öffnen“ und „Visionen zum Leben zu erwecken“.

 

Henrik Wiese genoss seine künstlerische Ausbildung bei Prof. Ingrid Koch-Dörnbrak und Prof. Paul Meisen und absolvierte ein Studium der Indogermanistik, Allgemeinen Sprachwissenschaft und Musikwissenschaft in München. Er wurde bei zahlreichen Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet, so u. a. beim Deutschen Musikwettbewerb (1995), bei den internationalen Wettbewerben in Kobe/Japan (1997), Markneukirchen/Deutschland (1998), Odense/Dänemark (1998) und beim ARD-Wettbewerb in München (2000). Als Substitut hat er während seines Studiums Orchestererfahrung bei den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache sammeln dürfen. Von 1995 bis 2006 war er Soloflötist an der Bayerischen Staatsoper unter GMD Zubin Mehta und ist seit 2006 ist er Soloflötist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Chefdirigent Mariss Jansons. Henrik Wiese spielte ebenfalls zahlreiche Solokonzerte, beispielsweise mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Bayerischen Staatsorchester, und schafft sich mit seinen eigenen, teilweise improvisierten Kadenzen auf der Bühne Raum für Kreativität. Seine breitgefächerte künstlerische Tätigkeit ist vor allem im Bereich der Kammermusik durch mehrere CD-Aufnahmen dokumentiert. In speziellen Workshops an der Hochschule für Künste in Bremen vermittelt er das Schreiben von klassischen Kadenzen, entwickelt das intonatorische Hören und erarbeitet die Orchesterliteratur. Sein wissenschaftliches Interesse zeigt sich in seinen umfangreichen Herausgebertätigkeiten für namhafte Verlage. Sein Hauptinteresse liegt dabei allgemein in den Werken Mozarts, des Bach-Schülers Johann Philipp Kirnberger und des Leipziger Gewandhaus-Kapellmeisters Carl Reinecke.

„Die meisten Studierenden schöpfen ihre Inspiration aus drei Quellen: dem eigenen Part, den Anweisungen des Lehrers und einer Aufnahme. Sie lassen dabei aber die unendlich vielen anderen Inspirationsquellen ungenutzt“, sagt Wiese. Gerade deswegen sei es ihm wichtig, dass seine Studierenden hinterfragten, denn „wer nicht hinterfragt, läuft Gefahr nur zu kopieren oder beliebig zu sein. Und das ist nicht das Ziel einer künstlerischen Ausbildung.“