Gartenklänge: Neue Konzertreihe in Pflegeheimen

Die Hochschule für Musik Nürnberg startet mit „Gartenklänge“ eine neue Open-Air-Konzertreihe in den Nürnberger Pflegeheimen Sebastianspital und Hensolthöhe. Aufgrund des Ansteckungsrisikos mit COVID-19 können viele Heimbewohner_innen nicht mehr am öffentlich-kulturellen Leben teilnehmen. Daher spielen Studierende der Ausbildungsinstitution ab sofort in den Gärten der zwei Pflegezentren, sodass die Senior_innen musikalische Darbietungen live auf dem Balkon oder im Freien – immer mit genügend Abstand – verfolgen können. Zugleich können die jungen Musiker_innen durch die Solidaritäts-Konzerte ausstehende Studienleistungen erbringen, die aufgrund der aktuellen Situation hätten ausfallen müssen.

Musik direkt vom Fenster, dem Balkon oder der Gartenterrasse aus genießen: Jede Woche spielen Musikhochschulstudierende ein neues Konzertprogramm für die ansässigen Heimbewohner_innen. Von der Harfen- bis zur Gesangsklasse sind alle Instrumentengruppen in unterschiedlichsten Besetzungen vertreten, das Genre bewegt sich zwischen Klassik und Jazz.

Barbara Kuhn ist Bewohnerin des Sebastianspitals und hat das Premierenkonzert der Barockgesangsklasse am 30. Juni 2020 besucht: „Wieder mal raus zu kommen und Kultur zu erleben ist ganz wichtig. Es war sehr schön!“

Marie Erndl ist Vorsitzende des studentischen Konvents und hat die Veranstaltungsreihe initiiert: „Ich sehe dieses Projekt als einen großartigen Gewinn für beide Seiten, denn wir bringen die Musik zu den älteren Menschen die gerade in dieser Zeit keinerlei Möglichkeit haben Live-Konzerte zu besuchen. Gleichzeitig fällt für uns die Konzerterfahrung dieses Semester nicht aus, welche für werdende Künstlerinnen und Künstler sehr wichtig ist“. Mehr als 150 Hochschulkonzerte, die zugleich als Studien- und teilweise als Prüfungsleistung zählen, wurden abgesagt.

„Seit März beschäftigt Corona nun die Welt und raubt uns jede Normalität. Seitdem hätten viele musikalische und kulturelle Ereignisse im Pflegezentrum Sebastianspital stattfinden sollen und konnten es leider nicht“, berichtet Marina Skowronek. Als Musikgeragogin am Pflegezentrum betreut sie das Hochschulprojekt innerhalb ihrer Institution. Sie sagt, „Ablenkung durch Musik und der damit verbundene Trost sind in dieser Zeit von extremem Wert für die Bewohner_innen!“

Die Konzerte sind zum Schutz der Senior_innen nicht öffentlich.