| Die Seminare
für Didaktik/Methodik und Literaturkunde für Streicher
sind wichtige Bausteine in künstlerisch-pädagogischen
Studiengängen
Ein intensives Studium der theoretischen Grundlagen
bildet die Basis für ein vielseitig konzipiertes praktisches
Training im Rahmen der hochschuleigenen Streicherseminarschule.
Eine hohe Qualität des kindlichen Instrumentalunterrichts
ist von großer Bedeutung. Der Pädagoge übernimmt
nicht nur Verantwortung für den Aufbau einer methodisch
fundierten Instrumentalausbildung, sondern versteht sich
auch als wichtige Bezugsperson, die den Schüler in
seiner Persönlichkeitsentwicklung unterstützt
und inspiriert. Während der zwei-jährigen Betreuung
eigener Schüler in der Seminarschule wird der Student
mit diesen und anderen Werten konfrontiert.
Vielen Studierenden fällt es anfangs
schwer, die technischen und musikalischen Grundlagen zu
vermitteln und zu verbalisieren. Fragen, die häufig
gestellt werden, sind beispielsweise:
- Wie kann ich Fehlhaltungen am effektivsten
korrigieren?
- Wie kann ich die Tongebung des Schülers
verbessern?
- Wie kann ich dem Schüler gute Intonation
beibringen?
- Wie kann ich mit einem Kind über die
musikalische Gestaltung sprechen?
- Wie kann ich meinen Schüler motivieren?
Die Teilnehmer setzen sich zuerst theoretisch
mit den zahlreichen Themen auseinander, bevor sie zu unterrichten
beginnen. Die Analyse technischer Vorgänge und Wege
zur Lösung verschiedenster Probleme werden in der praktischen
Arbeit durch eigene Lehrversuche, sowohl unter den Seminarteilnehmern
als auch in der Seminarschule, lebendiger gemacht. Von angehenden
Pädagogen wird Eigeninitiative, Neugierde, Kreativität
und ein hoher Anspruch an sich selbst verlangt.
Das Seminar für Didaktik/Methodik erstreckt
sich über 6 Semester, um den Studierenden eine möglichst
lange Entwicklungszeit als Pädagoge zu ermöglichen:
Im 3./4. Semester Auseinandersetzung
mit den technischen Grundlagen (Aufbau der Geigen- und Bogenhaltung,
Erstes Streichen, Vorbereitung und Einführung der linken
Hand, Lagenwechsel, Vibrato, Stricharten, Bogenwechsel),
Rhythmusschulung, pädagogische Konzepte, sinnvolles
Üben u.a. Hospitation in der Seminarschule.
Die Literaturkunde bezieht sich in praxisorientierter Weise
besonders auf Instrumentalliteratur für verschiedene
Alters- und Leistungsstufen. Neben Instrumentalschulen,
Etüden, Vortragsstücke für den Einzel- und
Gruppenunterricht sowie Ensembleliteratur, werden herausragende
methodische Lehrwerke berücksichtigt.
Im 5./6. Semester werden die erlernten Grundlagen
im Zusammenhang mit den Erfahrungen der beginnenden Lehrpraxis
in der Seminarschule unter neuen Aspekten behandelt. Hinzu
kommen neue Inhalte des Lehrplans.
Im 7./8. Semester werden die regelmäßigen
Lehrversuche fortgeführt und die Lehrerfahrung durch
eine Gruppenunterrichts- bzw. Kammermusikarbeitsphase erweitert.
Pädagogische Kenntnisse werden durch
Hospitation an einer Musikschule oder vergleichbaren Institutionen
bzw. durch Workshops erweitert. Zusätzliche Erfahrungen
können an regelmäßig überregional stattfindenden
Hochschulveranstaltungen wie Kinderuniversität
und Lange Nacht der Wissenschaften
gesammelt werden. |