Wettbewerb CAMPUS Dirigieren an den deutschen Musikhochschulen

Valentin Egel (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar) gewinnt in Nürnberg den Dirigierwettbewerb der deutschen Musikhochschulen. Mit dem Publikumspreis zeichneten die Nürnberger Gábor Hontvári (ebenfalls aus Weimar) aus, er erhielt auch den 2. Preis der Fachjury.

Mit dem Vorspiel zu Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ und der Fiordiligi-Arie aus „Cosí fan tutte“ (Rafaela Fernandes) überzeugte der deutsche Nachwuchsdirigent Valentin Egel von der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar am Samstag die Juroren und wurde mit dem 1. Preis des Wettbewerbs CAMPUS-Dirigieren 2019 ausgezeichnet.
Dabei war das Ergebnis unter den drei Finalisten denkbar knapp. Das Nürnberger Publikum wählte den Ungarn Gábor Hontvári, ebenfalls von der Hochschule in Weimar, zu seinem Preisträger, der darüber hinaus den 2. Preis der Jury entgegennehmen konnte. Er beeindruckte mit dem Dirigat des Vorspiels zu „Tannhäuser“ und der Dorabella-Arie, ebenfalls aus Mozarts „Cosí fan tutte“ (Irina Maltseva).
Den 3. Preis erhielt schließlich der koreanische Dirigent Hankyeol Yoon, der an der Hochschule für Musik München studiert. Er leitete die Ouvertüre zu Wagners „Fliegendem Holländer“ und die Grafen-Arie „Hai gia vinta“ aus „Le nozze di Figaro“ (Michael Fischer).

In die Wertung der Jury ging auch das Abstimmungsergebnis der Staatsphilharmonie Nürnberg mit ein. Die Preise überreichte der Jury-Präsident Prof. Christoph Adt, stellvertretend für den Ehrenvorsitzenden Michael Schønwandt, dessen Anreise wegen einer Flugstornierung dem Winterchaos zum Opfer fiel. Prof. Guido Johannes Rumstadt, Leiter der Dirigierklasse und des Orchesters der Hochschule für Musik Nürnberg, der den Wettbewerb in Nürnberg organisierte, verlas daher dessen Grußworte, in denen der dänische Dirigent die Bedeutung der Erfahrung von lebendiger Musik in Zeiten der Digitalisierung hervorhob: „Wir brauchen die Augenblicke, wo Menschen sich versammeln, um die wortlose Kommunikation von Mensch zu Mensch durch physischen Klang gemeinsam zu erleben, von Musiker zu Zuhörer, aber auch in die Gegenrichtung. […] Und für mich ist diese geistige Vermittlung zwischen Musikern und Publikum das Allentscheidende an einem Dirigenten.“ richtete der erfahrene Orchesterleiter, der an allen großen Opern- und Konzerthäusern der Welt zuhause ist, seine Botschaft an die Wettbewerbsteilnehmer und das Publikum.

Die Hochschule für Musik Nürnberg richtet vom 21. bis 26. Januar 2019 das Finale des Dirigierwettbewerbs CAMPUS aus. Der Wettbewerb wird von der Arbeitsgemeinschaft der Dirigierlehrer an den deutschen Musikhochschulen durchgeführt.

Insgesamt 13 Studierende der deutschen Musikhochschule (von 28 Bewerber_innen) konnten sich für die Nürnberger Finalrunde qualifizieren. Diese wurden bei einer Meisterklasse mit 8 Dozent_innen und Professor_innen der Hochschulen im September 2018 in Dresden ausgewählt.
Das Finale des CAMPUS-Wettbewerbs in Nürnberg teilte sich in drei Runden:

In der 1. Runde stellten sich alle 13 Teilnehmer_innen am Montag, 21. Januar, im Orchestersaal der Hochschule für Musik Nürnberg mit dem Orchester der Musikhochschule dem Vergleich. Als Aufgaben wurden Sinfoniesätze von Schubert, Mozart und Beethoven zugelost. Pflichtaufgabe für alle jungen Dirigent_innen war außerdem die Leitung eines Auftragswerks von Gordon Kampe für CAMPUS, das von der Ernst von Siemens Musikstiftung finanziert wurde: Dirigier-Etüde „eine Mücke“ (UA).

Maximal 6 Kandidat_innen konnten sich für die 2. Runde, am Dienstag, 22. Januar, im Musiksaal der Nürnberger Symphoniker qualifizieren. Dort durften sie ihren Wettbewerbsbeitrag unter drei vorgegebenen Sinfoniesätzen von Johannes Brahms frei wählen, den sie mit dem Orchester der Nürnberger Symphoniker gestalteten. Pflichtprogramm dieser Runde war der 2. Satz des Klavierkonzertes in e-Moll von Frédéric Chopin. Als Solist agierte Prof. Wolfgang Manz.

Für die von der Jury ausgewählten besten 3 Bewerber_innen folgten in der 3. Finalrunde intensive Probentage mit der Staatsphilharmonie Nürnberg und den beteiligten Gesangssolistinnen.
Neben den Preisgeldern erhalten die Gewinner Anschlussdirigate und Engagements u.a. bei der Elbland Philharmonie Sachsen, den Nürnberger Symphonikern, bei Jönköpings Sinfonietta (Schweden) und am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken.

Ehrenvorsitzender der Jury war Michael Schønwandt (Kopenhagen), Juryvorsitzender war der Präsident der Nürnberger Hochschule für Musik Prof. Christoph Adt. Die weiteren Juroren waren: Lucius Hemmer (Intendant der Nürnberger Symphoniker), Prof. Wolfgang Manz (Nürnberg), Prof. Rüdiger Bohn (Düsseldorf), Prof. David de Villiers (Hamburg), Prof. Christoph Braun (Nürnberg) und Prof. Guido Johannes Rumstadt (Nürnberg).

Veranstalter des Wettbewerbs CAMPUS in Nürnberg war die Hochschule für Musik Nürnberg in Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg und unterstützt von den Nürnberger Symphonikern. Freundliche Unterstützung gewährte dem Wettbewerb die Firma Geis Global Logistics.