Jubiläumsveranstaltung der Hochschule zum zehnjährigen Bestehen

2008 wurde die staatliche Hochschule für Musik Nürnberg gegründet – das zehnjährige Jubiläum nahm die Hochschulleitung zum Anlass, einen Festakt für alle Hochschulangehörige (und wenige ausgewählte Gäste) auszurichten. 

Die Eröffnung der Feier, die am Freitag, dem 23. November im Orchestersaal stattgefunden hat, übernahm ein „All Star“-Kammerensemble, das sich hauptsächlich aus Professorinnen und Professoren der Hochschule zusammensetze und von Hochschul-Präsident Prof. Christoph Adt persönlich geleitet wurde. Richard Wagners „Siegfried-Idyll“ – das bereits bei der Uraufführung 1870  als „symphonischer Geburtstagsgruß“ für Richard Wagners Frau Cosima fungierte – stimmte die Festgäste auf einen feierlichen Abend ein.

Prof. Christoph Adt begrüßte als amtierender Präsident die anwesenden Festgäste. Er sprach einer Reihe von Personen, Gruppen und Institutionen, welche die Hochschule in ihrer Entwicklung maßgeblich unterstützt haben, seinen Dank aus –  allen voran den Studierenden, denn sie bilden die Existenzgrundlage für unsere Einrichtung. Außerdem dankte er allen Mitwirkenden und an der Organisation beteiligten Personen für das Realisieren dieses Festaktes.

Nach einer winterlichen „Klangpostkarte“ (ein Projekt der Seminare „urban sound studies“ und „Elektronische Komposition“) folgte das Grußwort des Studentischen Konvents. Maximilian Pietrek verglich das Entwicklungsstadium der jungen Nürnberger Musikhochschule mit der Spätphase der Pubertät. Die äußeren Veränderungen seien bereits abgeschlossen – beim Menschen die körperliche Entwicklung, bei der Hochschule der Umbau des Gebäudes – aber der Wandel im Inneren sei noch nicht komplett vollzogen. Herr Pietrek rief seine Kommilitoninnen und Kommilitonen dazu auf, sich aktiv einzubringen und die Hochschule mitzugestalten, denn jetzt seien Strukturen noch nicht verfestigt und es gebe mehr Gestaltungsspielraum, als bei einer eingefahrenen Institution.

Es folgte Edgar Vareses „Octandre“, vorgetragen von der Klasse Prof. Nina Janßen-Deinzer. Daran schloss sich die Festrede von Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, der Vorsitzenden der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK, an. Sie überbrachte die Glückwünsche zum kleinen Jubiläum vertretungsweise von den 23 anderen Musikhochschulen in Deutschland und schwärmte von dem „wunderbaren Haus“ und der „wunderbaren Atmosphäre“ in Nürnberg. In ihrer Rede führte sie verschiedene Punkte aus: Die Profilbildung der Hochschule im kulturellen Umfeld, die Kernaufgabe der Hochschulen – nämlich die musikalische Bildung und die Ausbildung der musikalischen Exzellenz zukunftsfähig zu machen, Studierende zu gewinnen und Verantwortung für die gesamte Bildungskette (vor und nach dem Studium) zu übernehmen – und dem Transfer von künstlerischem Wissen in die Gesellschaft. „Bleiben Sie bei Ihrem Engagement“ gab sie der jungen Hochschule als Apell mit auf den Weg.

Nach „Sketches & Studies“ des Jazz-Duos Johannes Billich (piano ) und Prof. Steffen Schorn (saxophone) sowie des gesamten Composers Ensemble sprachen die beiden Altpräsidenten.

Prof. Siegfried Jerusalem erinnerte sich an die Anfangszeit der jungen Hochschule, „als es verboten war, über einen Konzertsaal zu sprechen“. Umso schöner sei es zu sehen, wie es sich alles entwickelt habe und die Hochschule nun über einen wunderbaren Orchestersaal verfüge. Er erlebte seinen Nachfolger Prof. Dr. Martin Ullrich vor vielen Jahren bei einer Konferenz in Detmold und hielt ihn für den geeigneten Mann, die junge Nürnberger Musikhochschule nach vorne zu bringen. Umso glücklicher war er, dass Prof. Dr. Ullrich 2009 tatsächlich nach Nürnberg kam und die Hochschule dann acht Jahre lang als Präsident geleitet hat.

Auch Altpräsident Prof. Dr. Ullrich erinnerte sich an die Anfangszeit der neugegründeten Musikhochschule, als es in der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen durchaus einige Zweifler gab, die der jungen Nürnberger Hochschule eine Existenzberechtigung absprechen wollten. Schmunzelnd berichtete er auch, dass die meisten Taxifahrer in Nürnberg mit dem Fahrtziel „Musikhochschule“ wenig anfangen konnten, der Bekanntheitsgrad mittlerweile aber sehr gestiegen sei.
„Der innere Entwicklungsbedarf der Hochschule war enorm“ berichtete Ullrich von seinem Start in Nürnberg und zählte die großen Projekte auf, die er zusammen mit dem Rest der Hochschulleitung in seinen Amtsjahren initiiert und umgesetzt hat: die Bologna-Reform der Studiengänge, die Sanierung des Gebäudes, die Einführung des Campus-Management-System CAS und die Reform der Gremienstruktur der Hochschule.
In zwei Punkten hätte er sich gewünscht, noch weiter zu kommen, namentlich bei der Situation der Lehrbeauftragten und dem Thema Gleichstellung. Auch in puncto Forschung hat die Hochschule Nachholbedarf, was nun aber mit der Einrichtung des LEONARDO-Zentrums und der Professur für Human-Animal-Studies, die er selbst innehat, aufgeholt werden wird. Prof. Dr. Ullrich ist stolz auf die weltoffene Hochschule, die Brücken baut statt Mauern. In den letzten zehn Jahren wurde viel erreicht und er dankte, neben seinen Kolleg_Innen der Hochschulleitung, allen Freundinnen und Freunden, die die Einrichtung gefördert und kritisch begleitet haben.

Den Abschluss des Festakts gestaltete der Madrigalchor der Hochschule unter der Leitung von Prof. Alfons Brandl mit „Trois Chansons de Charles d‘Orléans“.

Dass die HfM Nürnberg stolz sein kann auf ihre Freunde und Förderer, zeigte die Überraschung, die Lucius Hemmer, der Vorsitzende der Fördergesellschaft der Hochschule, kurz vor dem anschließenden Empfang im Kammermusiksaal an den Hochschulpräsidenten als Geschenk zum Jubiläum übergab: Einen „Klangtransporter“! Der dringend benötigte Transportbus ist nun in Nürnberg und Umgebung regelmäßig „unterwegs für die Stars von morgen.“

Wir bedanken uns recht herzlich!