Für das Ende der Zeit

In Kooperation mit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten erinnerte die Hochschule für Musik Nürnberg am Sonntag, dem 17. November 2013 im Nürnberger Heilig-Geist-Saal mit einer Gedenkveranstaltung an die Toten der Konzentrationslager. Gezeigt wurde der Kunstfilm Für das Ende der Zeit mit Zeichnungen der in Dachau geborenen Künstlerin Esther Glück. Der Animationsfilm erinnert mit seinen mehreren Tausend Bildern sowohl an die erlittenen Qualen der Opfer, als auch an die in den Lagern gelebten Beispiele von Widerstand und Barmherzigkeit.

Zeitgleich zur Filmvorführung spielten zwei Professoren der Hochschule, Reto Kuppel (Violine) und Markus Wagner (Violoncello), zusammen mit zwei externen Musikerinnen, Elena Rachelis (Piano) und Sofija Molchanova (Klarinette), Olivier Messiaens Quartett für das Ende der Zeit. Der französische Komponist Messiaen vollendete das Werk 1941 als Insasse des in Görlitz-Moys gelegenen Kriegsgefangenenlagers „Stammlager VIII-A“. Das Werk hat für die musikalische Entwicklung nach der Kapitulation des deutschen Faschismus eine einschneidende Bedeutung.

Schirmfrau Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, sprach ein Grußwort zur Veranstaltung und dankte der Hochschule für ihr Engagement hinsichtlich der verpflichtenden Vergangenheit. "Nie wieder!" heißt der Mahnruf, den wir alle unermüdlich weitertragen müssen. Stiftungsdirektor Karl Freller, MdL, sprach einführende Worte, Eva Ruhland (Präsidentin der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst München) erläuterte die einzelnen Stationen des Film-Musik-Projekts.

Zu der äußerst ergreifenden und bewegenden Veranstaltung waren etliche Ehrengäste angereist, darunter der Vizekonsul der Republik Türkei sowie mehrere Abgeordnete des Bayerischen Landtages und des Nürnberger Stadtrates. Bei einem schlichten Empfang im Foyer bot sich im Anschluss an das Gedenkkonzert die Möglichkeit zum Gespräch.