Festival Aktuelle Musik 2017

In Blau: Vox Baleanae von George Crumb

Vor der Aufführung: Prof. Irene Urbach und Peter Dunkley mit Studierenden

Cellular Structures: Roger Hanschel, Steffen Schorn und Ensemble

Portätkonzert Mark André Konstantia Gourzi dirigiert ein Ensemble aus Münchener und Nürnberger Studierenden.

Austauschprojekt der Saxophonklassen Nürnberg und Krakau

Gordon Kampe: ANOIA

Virtuose Vokalmusik: Studierende der Gesangs- und Schlagzeugklassen

Vom 12. bis 21. Mai 2017 fand in der Hochschule für Musik Nürnberg das alljährliche Festival Aktuelle Musik statt, das in diesem Jahr unter dem Festival-Motto „Nah-Fern“ stand. In elf öffentlichen Veranstaltungen realisierten Studierende und Lehrende der Hochschule zusammen mit international angesehenen Gästen von nah und fern kreative Konzeptionen, welche die Vielfalt der Beschäftigung mit Aktueller Musik an unserer Hochschule widerspiegeln. Das Programm reichte vom modernen Musiktheater bis zur Vokalperformance, von Jazzkompositionen bis zu neuen Werken von Komponistinnen. Kooperationen mit den Hochschulen Krakau und München sowie die Zusammenarbeit mit wichtigen Kulturträgern der Region wie dem Bayerischen Rundfunk und dem Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia rundeten das Programm des Festivals ab, das sich in den letzten Jahren zu einer auch in der deutschsprachigen Hochschullandschaft weithin beachteten Programmreihe zur Musik des 21. Jahrhunderts entwickelt hat.

Das Programm des Festivals

Das Festival wurde eröffnet durch ein Musiktheaterwerk des jungen Komponisten Gordon Kampe in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Nürnberg, das von Studierenden der Gesangsklassen und der Dirigierklasse (Prof. Guido Johannes Rumstadt) geleitet wurde. Weiter ging es mit von den Studierenden selbst konzipierten Abenden, die neben Werken der Kompositionsstudierenden des Hauses (Prof. Peter Gahn) auch Ideen der anstehenden Masterarbeiten Aktuelle Musik vorwegnahmen und bis zu selbst entwickelten Improvisationen/Performances reichten (Leitung/Moderation: Prof. Jeremias Schwarzer). Unter der Leitung von Rebecca Martin präsentierten Gesangs- und Instrumentalstudierende im Konzert „Jenseits der Arie“ hochvirtuose moderne Vokalkunst. Besonderes Gewicht hatten dabei die komplexen Schlagzeugpartien, die von den Studierenden der Klassen Prof. Szarek/Prof. Schorer bravourös gemeistert wurden. Prof. Steffen Schorn kombinierte in seinem genreübergreifenden Projekt „Cellular Structures“ in Zusammenarbeit mit dem renommierten Gastsolisten Roger Hanschel (Saxophon) klassische Instrumente und Jazzorchester. Es entstand ein thematisch dichter, hochvirtuoser und unterhaltsamer Abend. Das Publikum nahm auch den unter der Leitung von Prof. Vivienne Olive und Prof. Irene Urbach konzipierten Abend mit Musik von Komponistinnen begeistert auf: Der Gastdirigent Peter Dunkley aus England erarbeitete ein anspruchsvolles Programm für Holzbläserquartett, Akkordeonsensemble und Solist_innen, in dessen Rahmen auch die zwei preisgekrönten Holzbläserquintette des Hochschulkompositionswettbewerbs für Komponistinnen 2016 präsentiert wurden: Yulim Kims „Wo ist die Blume?“ und die Uraufführung von Janet Beats „Atelier“. Das Austauschprojekt mit der Saxophonklasse der Hochschule Krakau unter der Leitung von Prof. Günter Priesner präsentierte internationale Saxophonkunst auf höchstem Niveau. Als Composer in residence des Festivals konnten wir in diesem Jahr mit Mark André einen der weltweit bedeutendsten Komponisten Neuer Musik begrüßen. In der inspirierenden Zusammenarbeit eines gemeinsamen 18-köpfigen Ensembles der Hochschulen für Musik München und Nürnberg unter dem Dirigat von Prof. Konstantia Gourzi entstand unter der künstlerischen Leitung und Moderation von Prof. Jeremias Schwarzer ein Konzertabend, dem der anwesende Komponist höchstes Niveau attestierte.
Diese programmatische Vielfalt wäre nicht möglich gewesen ohne das vielfältige Engagement der an der Einstudierung beteiligten Kolleginnen und Kollegen des Hauses (Prof. Nina Janssen-Deinzer, Marcos Fregnani, Prof. Siegmund von Hausegger, Prof. Jochen Schorer, Prof. Radoslaw Szarek u. v. a.). Vor allem zeigt das Festival aber wieder einmal die enorme kreative Bandbreite unserer Studierenden: solistisch und im Ensemble, improvisierend und komponierend verkörpern sie einen vitalen und unmittelbaren Zugang zur Musik des 21. Jahrhunderts, der typisch ist für den Umgang mit Aktueller Musik an unserer Hochschule.