Fachgruppe Alte Musik/Historische Instrumente

Die Ausbildung an der Hochschule für Musik Nürnberg auf dem Gebiet der Alten Musik beinhaltet vier Schwerpunkte, die ein vernetztes Studium ermöglichen:

1. die Ausbildung von Spezialistinnen und Spezialistenen auf historischen Instrumenten im grundständigen Diplomstudiengang, später Bachelor/Master,

2. der Bereich Aufführungspraxis für die allgemeine künstlerische und pädagogische Ausbildung als Basisinformation mit wesentlichen Erkenntnissen auch für die Interpretation auf modernen Instrumenten ("Grundausbildung"),

3. der Erwerb von Zusatzqualifikationen ermöglicht einen erweiterten Berufshorizont,

4. Kooperationen mit anderen Ausbildungsstätten für Alte Musik und Museen.

Die Hochschule für Musik Nürnberg ist der Überzeugung, dass Aufführungspraxis zu den Schlüsselqualifikationen jeder pädagogischen und künstlerischen Ausbildung gehört.  Auch „moderne“ Orchester spielen die Musik früherer Epochen historisch informiert, Musikschulen widmen sich zunehmend dem Thema Alte Musik – darauf wollen wir unsere Studierenden vorbereiten.

Beispiel Orchesterausbildung

Aus dem allgemeinen Musikleben sind Musikwerke vergangener Epochen nicht wegzudenken. Seit langem ist eine Interaktion zwischen modernen Ensembles und Orchestern sowie Spezialensembles zu beobachten: Funk-, CD- und Theaterproduktionen engagieren entweder komplette Spezialensembles oder besetzen Schlüsselpositionen ihrer eigenen Orchester mit historisch informierten Spielerinnen und Spielern. Das Intonierverhalten fast aller Spitzenorchester hat sich beispielsweise in den letzten 20 Jahren eklatant differenziert.

Die Marktanteile haben sich zugunsten von Spezialensembles verändert, ein Prozess, der aus unserer Überzeugung unumkehrbar ist. Unsere Hochschule will sich den daraus ergebenden Anforderungen bei der Musikerausbildung stellen.

Beispiel Instrumentalpädagogik

Historische Informationen sind im künstlerischen und instrumentalpädagogischen Miteinander wesentlich: Wie in Romantik und Moderne ist in Kompositionen von Mittelalter, Renaissance, Früh- und Hochbarock geistige Auseinandersetzung mit dem gesamten Spektrum des Lebens erkenn- und erfahrbar. Aufklärerische Gedanken, anspruchsvolle Kompositionstechniken, Auseinandersetzung mir dem Religiösen, improvisatorische Anforderungen und technische Ansprüche bilden einen breiten Fächer an tiefergehende Beschäftigung mir Musik. Zudem sind in der Instrumentalausbildung von Kindern und Jugendlichen die Chancen von Musik aus der Zeit von 1500 bis 1800 deutlich zu erkennen.

Zusatzqualifikationen

Zusatzqualifikationen können in mehreren Stufen erworben werden. So kann z. B. ein Violinstudent im Studiengang Bachelor ab dem 5. Semester den Profilbereich Barockvioline, eine Cellistin den Profilbereich Viola da gamba belegen. Weitergehende Möglichkeiten ergeben sich im Anschluss an das Bachelor-Studium. Hier sind individuelle Wege gangbar.

Kooperationen

Bei Produktionen im Bereich des Barocken Musiktheaters hat die Hochschule für Musik Nürnberg bzw. ihre Vorgängerinstitution mit vielen anderen Institutionen kooperiert.

2004 Purcells King Arthur
2005 Glucks Ile de Merlin
2006 Mozarts Zaide
2007 Pepuschs Beggar’s Opera
2008 Händels Alceste

Im Studiengang Blockflöte gab es Kooperationen u. a. mit Dorothee Oberlinger (Mozarteum Salzburg), Matthias Weilenmann (Zürich).

Hochschulfestival „Tage Alter Musik“

Gelegenheit zur praktischen Umsetzung des Gelernten vor Publikum bietet neben zahlreichen Aufführungen im Laufe des Studienjahres vor allem das Hochschulfestival „Tage Alter Musik“, das jedes Jahr im Januar stattfindet. Das Programm dieser zehntägigen Veranstaltungsreihe beinhaltet szenische wie konzertante Barockopernaufführungen, (Gesprächs-)Konzerte mit Lehrenden und Studierenden, Vorträge, Workshops und Meisterklassen. Zusammen mit dem Ensemble für Alte Musik der Schola Cantorum Basiliensis hat das Studio für Alte Musik der Nürnberger Musikhochschule im Rahmen des Festivals 2013 ein Projekt zu Johann Staden erarbeitet, das in einer CD-Produktion gipfeln wird.

Forum Historische Musikinstrumente

Ein fester Bestandteil der „Tage Alter Musik“ ist das „Forum Historische Musikinstrumente“, das in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum (GNM), durchgeführt wird. Die außerordentliche Sammlung von historischen Musikinstrumenten des Museums liefert die Basis für diese Veranstaltungsreihe, die an der Schnittstelle von kulturhistorischer Wissenschaft, überliefertem Kulturgut und lebendiger musikalischer Praxis angesiedelt ist und sich als Plattform für künstlerische Forschung versteht. Das Forum bietet Studierenden und Lehrenden vielfältige Möglichkeiten der internationalen Vernetzung mit Künstlern und Wissenschaftlerinnen des Fachgebietes. Nach den Themenschwerpunkten Barocktrompete (2009), Tasteninstrumente (2010), Holzblasinstrumente (2011) und Lauten (2012)standen im Januar 2013 die Zinken und Posaunen im Mittelpunkt. Im nächsten Jahr, 2014, wird sich das „Forum Historische Musikinstrumente“ den historischen Streichinstrumenten widmen.

Gemeinsames Volontariat mit dem Germanischen Nationalmuseum

Zur weiteren Vertiefung der langjährig erprobten Zusammenarbeit, die sich nicht nur auf die Durchführung des Forums beschränkt, sondern auch verschiedene im Museum angesiedelte Konzertreihen einschließt, unterhalten Museum und Hochschule seit Oktober 2010 ein gemeinsames wissenschaftliches Volontariat. Diese Form der vernetzten Ausbildung an zwei unterschiedlichen Institutionen ist deutschlandweit einmalig. Der Einsatzort der Volontärin/des Volontärs wechselt im halbjährigen Turnus zwischen der Hochschule und der Musikinstrumentensammlung des Museums. Sie oder er ist dabei maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung der kooperativen Forumsveranstaltungen beteiligt. Das dabei erprobte gewinnbringende Zusammenspiel von künstlerischer Auseinandersetzung und wissenschaftlicher Forschung soll in Zukunft noch weiter verstärkt werden.

Stimmen der Studierenden

Liana Pereira, Viola da Gamba, Studierende im Master „Historische Instrumente/Alte Musik“

Während meines musikpädagogischen Violoncello-Studiums in Nürnberg hat mich mein damaliger Nebenfach-Lehrer Hartwig Groth mit seiner Leidenschaft für Viola da Gamba angesteckt. Er gab mir den entscheidenden Impuls, mich auf diesem Instrument weiterzubilden. In der gesamten Abteilung für Alte Musik spürt man, mit wie viel Herzblut die Lehrenden bei der Sache sind. Die Alte Musik lebt! Besonders beeindruckte mich die intensive Betreuung, das persönliche Interesse an jedem einzelnen Studierenden. Die Möglichkeiten, die hier in Nürnberg geboten werden, zum Beispiel im Rahmen der Vernetzung mit dem Germanischen Nationalmuseum, sind phantastisch. Ich bin jedes Jahr beim Forum mit dabei. Auch wenn andere Instrumentengruppen im Mittelpunkt stehen, lerne ich doch immer etwas dazu. Der hier gebotene Austausch mit Gastprofessorinnen und -professoren ist für mich sehr bereichernd. Ich fühle mich in meinem Studium rundum zufrieden und bin sehr glücklich, hier sein zu dürfen!

 

Carolin Ritter, Studierende im Master „Musiktheater“

Bei der Barockopernproduktion im Januar 2012 durfte ich die Titelpartie übernehmen. Wir haben den „Rinaldo“ von Georg Friedrich Händel aufgeführt – ein schönes Projekt! Alle Beteiligten waren mit großem Engagement dabei. Von den Dozentinnen und Dozenten der Fachgruppe für Alte Musik haben wir viel Input bekommen, was historische Aufführungspraxis betrifft. Für die berufliche Zukunft ist ein weitgefächertes Repertoire, und dazu gehört die Barockmusik, enorm wichtig. Praxiserfahrung ist hierfür unerlässlich, denn nur so lernt man zum Beispiel den spontanen Umgang mit Verzierungstechniken. Erst wenn man wirklich selbst auf der Bühne steht, kann man das Gelernte umsetzen und anwenden. Für mich war das eine tolle Erfahrung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat und bei der ich viel Neues dazugelernt habe.

 

Dozentinnen und Dozenten

Bär-Le Corre
Marie-Claire Bär-Le Corre
Historischer Tanz; Körpertraining, Bewegung und Tanz für Sänger
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Gesang
0911/594904
E-Mail
Bruckdorfer
Ursula Bruckdorfer
Barockfagott
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Holzbläser/Akkordeon
09836/1283
09836/1347
E-Mail
Colell
Björn Colell
stellv. Fachgruppensprecher Zupfinstrumente
Laute, Theorbe, Kammermusik
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Zupfinstrumente E-Mail
Fiedler
Martina Fiedler
Cembalo-Korrepetition, Literaturkunde
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Musikpädagogik/Fachdidaktik
0911/34 02 01 01
E-Mail
Groth
Prof. Hartwig Groth
Fachgruppensprecher Alte Musik
Viola da Gamba, Alte Musik
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Orchester-/Chor-/Ensembleleitung
Fachgruppe Musikpädagogik/Fachdidaktik
0911/501883
0911/501891
E-Mail
Hausen
Caroline Hausen
Fachdidaktik/Literaturkunde
Fachgruppe Musikpädagogik/Fachdidaktik
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Aktuelle Musik E-Mail
Kunkel
Jan Kunkel
Barockvioloncello
Fachgruppe Alte Musik
0176/48385516
E-Mail
Lohr
Prof. Bernward Lohr
Cembalo
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Musikpädagogik/Fachdidaktik E-Mail
Müller
Markus Müller
Barockoboe und Rohrbau Oboe
Fachgruppe Alte Musik E-Mail
Röhrig
Prof. Anne Röhrig
Barockvioline
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Streicher
0511/491318
0511/4913118
E-Mail
Scholl
Prof. Elisabeth Scholl
stellv. Vorsitzende im Senat
Barockgesang
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Gesang
06123/63939
06123/902705
E-Mail
Schwarzer
Prof. Jeremias Schwarzer
Fachgruppensprecher Aktuelle Musik, Fachgruppensprecher Schlüsselqualifikationen, Studiengangsleiter Aktuelle Musik: Instrument/Gesang
Blockflöte, Aktuelle Musik, Schlüsselqualifikationen
Fachgruppe Aktuelle Musik
Fachgruppe Alte Musik
Fachgruppe Schlüsselqualifikationen
030/31517647
E-Mail
Waldner
Ralf Waldner
Korrepetition Historische Tasteninstrumente
Fachgruppe Alte Musik E-Mail
Weidanz
Prof. Wiebke Weidanz
stellv. Fachgruppensprecherin Alte Musik
Historische Tasteninstrumente mit Schwerpunkt Cembalo
Fachgruppe Alte Musik E-Mail
Willberg
Justus Willberg
Blockflöte
Fachgruppe Alte Musik
0171/75 90 592
E-Mail